News in Kürze


Friesenstute bei Weltreiterspielen!

8. Oktober 2010:

Zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaften sind die Para-Equestrians bei diesen Weltreiterspielen in Kentucky mit von der Partie. Es versteht sich von selbst, dass Reiter mit Handicap ganz besondere Pferde brauchen – sie müssen ausgeglichen genug sein, um nicht vor jedem Blättchen davon zu springen, aber gleichzeitig sensibel genug, um auch sehr feine Hilfen zu verstehen und umzusetzen. Eine Paradedisziplin also für die menschenzugewandten Friesen! Gerade in den letzten Jahren hat ja Karen Schnoor mit Enova’s Merlin vom Polderhof schöne Erfolge gefeiert.

Bei den Weltreiterspielen begegneten wir einem weiteren Friesen, der für seinen behinderten Reiter alles gab. Während Karen Schnoor im Grade IV an den Start geht – also zu den Reitern mit „weniger“ Behinderung zählt –, ist die jetzt 13-jährige Friesenstute Sylvia van Reestzicht (v. Tsjeard/Piter) im Grade Ia unterwegs.

Grade I bezeichnet die am schwersten behinderten Reiter. Die Athleten sind hauptsächlich Rollstuhlbenutzer, entweder mit geringer Rumpfbalance oder mit begrenztem Arm- und Beinfunktionen. Athleten mit fehlender Rumpfbalance, aber guten Armfunktionen sind auch in dieser Klasse startberechtigt. Geritten werden Prüfungen mit Schritt- und wahlweise Trabsequenzen.

Und Sylvia van Reestzicht ist keine Unbekannte: Sie ist im FPZV eingetragen, darf die Titel Model und Ster tragen und geht seit einigen Jahren in den USA unter verschiedenen Reitern im Behindertensport. In Kentucky trug sie den Russen Oleg Burmistrov sicher durch die Aufgaben. In der von den starken Briten beherrschten Einzel-Championatsaufgabe (das ist sozusagen die Pflicht oder der Grand Prix Special der Para-Equestrians) belegte das Paar mit einer tollen 65,0%-Leistung Platz 9 von 18 Teilnehmern. Wir sind gespannt auf die Kür der beiden, die Freitagnachmittag unserer Zeit staffindet.