Hengstkörung
des KFPS in Leeuwarden

Plakat groß

Ergebnisse
Am Dreikönigstag war es dieses Jahr wieder soweit, „Het Friesch Paarden-Stamboek“ rief und fast alle fuhren in die Niederlande, nach Leeuwarden. Hier in Bayern ist dieser Tag ja freundlicherweise immer noch ein Feiertag, den man sonst gerne im Winter zuhause am warmen Ofen verbringen würde.

Nach meinem sehr frühen Start zur nachtschlafenden Zeit überlegte ich beim Überqueren des „Weißwurstäquators“ - für die „Nordlichter“: das ist die Donau - ob es nicht wirklich besser gewesen wäre, einfach zu Hause zu bleiben. Denn Petrus war offensichtlich darauf bedacht, die Bayern mit seinen Wetterunbilden zu Hause zu halten.  Mit Annäherung an die Grenze zum Ländle Baden-Württemberg wurde durch den einsetzenden Regen die Fahrbahn immer glatter, so dass sich sogar sonst sehr eilige Autofahrer zu einergemäßigten Fahrweise entschlossen. Brummifahrer säumten die Ränder der Autobahnen, weil sie die Parkplätze nicht mehr erreichen konnten. Gemütlich schleichend ging meine Fahrt über die Alb und dann bei besten Straßenverhältnissen hinunter ins Neckartal. Da hatte sich aber der Nebel im Flusstal ebenfalls auf die Straßen in Form von Eis niedergelassen und es war zu mehr oder weniger heftigen Crashs gekommen, die die Herren in den grünen Jacken und den weißen Mützen in Atem hielten. Von überall wurden im Verkehrsfunk Staus und Totalsperrungen gemeldet, aber mein Weg weiter über Karlsruhe nach Neuwied zu unserem Geschäftsführer Uli Seuser war bestens präpariert, so dass ich problemlos, aber mit 2 Stunden Verspätung, mit Lotsenhilfe doch auf dem etwas versteckten Hof in Bendorf ankam. Nach der Stallbesichtigung gab es noch ein wunderbares Frühstück und schon ging es weiter gen Leeuwarden.

Wie schon die Jahre zuvor, erwarteten die Herren des KFPS-Vorstands für ihre freundliche Einladung auch das versprochene bayerische Bier. Das hatte ich allerdings am Vortag vergessen zu besorgen, aber in Westfalen gibt es ja an diesem Tag offene Geschäfte und auch zum Glück bayerisches Bier! Der Rest der Reise verlief ohne weiteren Stau und Schwierigkeiten. Unterwegs meldeten sich Josef Loy und Michael Bunse, um unseren Standort zu erfahren, wobei Michael auch  mit den Straßenverhältnissen zu „tun“ hatte und sicher sehr viel später kommen würde. Für Josef war es ja nur eine Fahrt um die Ecke und so war er, obwohl er zu Hause noch seine Morgenarbeit zu erledigen hatte, natürlich längst da, als wir eintrafen.

Problemlos bekamen wir unsere Armbänder für den freien Zugang zur Tribüne und hatten einen sehr schönen Platz nahe der Arena, wo die Musterung beim Freilaufen schon in vollem Gange war. Allerdings hat der Zustrom an Besuchern in Leeuwarden wohl auch im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgenommen und so war die Halle trotz Reduzierungen im Tribünenbereich nicht einmal beim Galaabend ganz voll. Auch die Ausstellungsfläche war deutlich geschrumpft, aber noch immer war es traumhaft, sich hier durch das Gedränge schieben zu lassen und die Exponate zu bewundern. Von insgesamt 79 zugelassenen Hengsten wurden 17 dreijährige, 5 vierjährige und ein fünfjähriger zur zentralen Untersuchung angewiesen. Beim Showabend am Freitag wurde ein fulminantes Feuerwerk an Vorstellungen geboten, das in einem „Indoor Marathon“ von zunächst vier Zweispännern und dann daraus in der Arena umgespannt von zwei Vierspännern  des Stalles Okkema gipfelte.

Zum ersten Mal hatten die Persönlichen Mitglieder der FN (PM), meist Warmblutleute, zu einer Reise zur KFPS-Körung geladen und es war für so manchen sicher eine sehr beeindruckende Show einer ganz anderen Rasse.

Am Samstag waren dann die Althengste an der Reihe, bei denen sicher Jasper sich besonders gut präsentierte, aber auch ein Fabe, ein Abe, ein Abel oder ein Tsjerk setzten sich gut in Szene. Für Uli, Michael und mich hieß es dann leider zur Mittagszeit wieder an die Heimreise zu denken, so dass wir nicht alle älteren Hengste sehen konnten. Der KFPS hat sicher hier wieder einmal eine tolle Veranstaltung gestemmt, wobei es sehr bedauerlich ist, dass die Zuschauer nicht mehr in so starkem Maße wie früher dem Ruf nach Leeuwarden folgen.

Am Rande der Veranstaltung konnten wir mit dem Präsidenten Cees Roozemond und dem Geschäftsführer Ids Hellinga noch verschiedene Probleme erörtern und teilweise eine Lösung finden - oder mal wieder versprochen bekommen.
1. Das
Papier einer Stute in Mexiko ging wohl irgendwann verloren – die Stute ist über Zungentätowierung zu identifizieren. Hier wurde auf Grund des vorgelegten Fotos Ersatz zugesagt.
2. Intern
etpräsentation der Tochterverbände: noch immer wird vom KFPS der DFZ als einzige deutsche vom KFPS autorisierte Vereinigung präsentiert (www.kfps.nl/).
3. USA: 
hier behauptet Ids Hellinga immer noch, dass FHANA selbst Papiere ausstellt und total selbständig ist, was aber nicht stimmt, da Papiere identisch mit KFPS Papieren sind und das Ganze von NL aus gesteuert wird.
4. Zwangs
mitgliedschaft/Papiere: Ids Hellinga behauptet in NL sei das alles anders der Pferdepass für Eigentumsbeweis würde genügen und um das Pedigreepapier zu bekommen, müssten die Käufer Mitglied beim KFPS oder DFZ sein.
5. Übern
ahme der Prädikate: Züchter in Belgien beklagen, dass deutsche Prädikate nicht vom KFPS übernommen werden – Ids Hellinga tut unwissend, wurde aber selbst vom Besitzer schon deswegen kontaktiert!
6. Auch
in Italien hält sich die dortige KFPS-Vertretung nicht an die Absprache der Übernahme von Pferden in die entsprechenden Abteilungen der Zuchtbücher.
Alle diese Diskussionspunkte wurden an den Geschäftsführer der FN-Abteilung Zucht weitergeleitet und wir werden hier vermutlich nur unter Einschaltung der zuständigen Ministerien letztendlich weiter kommen.

Ferner nutzten wir die Gelegenheit zu einer Vorstandssitzung - da unser Präsident aus betrieblichen Gründen nicht anwesend sein konnte, leider nur im kleinen Rahmen, aber hoffentlich nicht weniger effektiv.

Der Heimweg war zwar eisfrei, bescherte aber die eine oder andere Umleitung wegen des inzwischen eingetretenen Hochwassers.

Oe